Psychotherapeutische Praxis für Verhaltenstherapie
Psychotherapeutische Praxis für Verhaltenstherapie
Praxis für Psychotherapie
Praxis für Psychotherapie

Stressreaktionen

Stress ist eine biologisch überlebenswichtige Reaktion des Körpers, in welcher Energie (Adrenalin wird ausgeschüttet) für Flucht oder Kampf bereit gestellt wird. Dies ist natürlich in realen Gefahrensituationen (z. B. ich werde körperlich bedroht, unsere Vorfahren kämpften mit Tiger und Bär) wichtig.

 

Im Berufsleben lösen z. B. Zeitdruck oder Konflikte mit Vorgesetzten und Kollegen Ärger, Wut, Angst, Ohnmacht aus. Der erste Impuls wäre vielleicht, alles hinzuschmeißen, oder jemanden anzuschreien. Dem wird jedoch aus verschiedenen Gründen wie Angst vor Jobverlust nicht nachgegeben, die unangenehmen Gefühle verbleiben, auch kommt es zu keiner körperlichen Abreaktion des ausgeschütteten Adrenalins, da weder "gekämpft" noch "geflüchtet" wird. 

 

Wenn etwas als negativer Stress, der sog. Distress, bewertet wird (Tiger oder Arbeitssituation), kommt es jeweils zur selben körperlichen Hormonausschüttung wie auch bei positiv erlebtem Stess, dem sog. Eustress.

Allerdings wird letzterer Eustress (z. B. Fallschirmsprung, Organisation einer Party) als positiv bewertet als auch stehen Bewältigungsmöglichkeiten zur Verfügung. Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen werden hier als angenehm erlebt.

 

  

Bei langanhaltendem Stress kann es zu gesundheitlichen Folgen kommen, welche sich auf das Herz-Kreislauf-System, den Magen-Darm-Trakt, das Immunsystem (wie ständige Erkältungen), die Haut (wie Allergien, Neurodermitis), die Sexualorgane (wie Sexualstörungen), die Muskulatur (wie Schmerzsyndrome), das zentrale Nervensystem (wie Schlafstörungen) auswirken können.

 

 

Psychologen verstehen unter Stressreaktion eine Reaktion auf vier Ebenen:

Körper: s. oben, z. B. Erschöpfung, Magen-Darm-Beschwerden.

Gedanken: z. B. Gedanken drehen sich im Kreis, inhaltich wie: "ich schaffe das nicht, mir wird das alles zu viel, es dürfen mir keine Fehler unterlaufen, ich darf die anderen nicht enttäuschen, ich werde versagen".

Gefühl: z. B. Hilflosigkeit, Angst, Ärger, Ohnmacht (verbirgt sich also hinter dem Wort "Stress").

Verhalten: z. B. Dinge werden nicht erledigt oder alles wird gleichzeitig versucht zu erledigen, es passieren zunehmend Fehler oder die Person erstarrt, ist wie gelähmt, sozialer Rückzug, evtl. vermehrter Alkoholkonsum, Tablettenmissbrauch.

 

Eine chronische Stressreaktion kann u. a.  in eine depressive Episode übergehen.

 

 

Behandlung

Ein mögliche Behandlung könnte folgendermaßen aussehen:

 

Stressbewältigung

Es gibt sehr viele sehr hilfreiche Programme, Selbsthilfebücher zum Thema Stressbewältigung. Vom Lesen alleine lösen sich die Probleme jedoch noch nicht, meiner Erfahrung nach ist es wichtig und sinnvoll, einzelne Bewältigungsschritte immer praxisbezogen, also nicht nur abstrakt und theoretisch zu betrachten. Die einzelnen hilfreichen Schritte sollen schrittweise eingeübt werden, so dass es zu einer Veränderung in den vier Ebenen der persönlichen Stressreaktion (s. oben) kommen kann.

 

Stressbewältigung setzt sich aus vielen verschiedenen Mosaiksteinchen zusammen:

Man unterscheidet zwischen kurzfristigen und langfristigen Stressbewältigungsstrategien.

In der akuten Situation können kurzfristige Strategien wie Entspannungsübungen, Phantasiereisen, Wahrnehmungs-

lenkung auf neutrale, positive Gedanken, innere Bilder, positives Selbstgespräche wie Selbstermunterung, konrollierte Abreaktion emotional und körperlich angewendet werden.

 

Langsfristige Strategien setzen an bei wenig hilfreichen Einstellungen,  den persönlichen "Antreibern", Veränderungen in der Lebensführung wie dem Aufbau eines selbstfürsorglicheren Lebensstils mit z. B. regelmäßigem Sport, Schlaf und Mahlzeiten. Es geht darum, Zufriedenheitserlebnisse zu schaffen, evtl. ein Hobby neu zu entdecken, den bisherigen und gewünschten Umgang mit Zeit zu analysieren (Zeitmanagement), Genuss- und Achtsamkeitsübungen langsfristig einzuüben.

 

Alle diese Inhalte sind ja noch abstrakt und werden dann für jeden Einzelnen gemeinsam ausgearbeitet: wie ist mein Ist-Zustand, was kann und möchte ich konkret verändern, wie setze ich es um, welche Strategien passen zu mir, welche Veränderungen erscheinen für mich sinnvoll und realistisch?

 

 

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