Psychotherapeutische Praxis für Verhaltenstherapie
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Tinnitus

Symptome

Tinnitus (Ohrgeräusche, Ohrensausen im Kopfbereich, in einem oder beiden Ohren)  ist wie auch Schmerz zunächst einmal ein Symptom und keine Krankheit im eigentlichen Sinne, er kann jedoch zu einer so starken Belastung werden, dass die normale Lebensführung und -qualität in Beruf, Familie und Freundeskreis nicht mehr möglich ist.

 

Ca. 35% der Menschen in Industrienationen erleben zeitlich begrenzt Ohrgeräusche. In Deutschland leiden je nach Studie ca. 600.000 bis 1 Million Menschen derart an ihren chronischen Ohrgeräuschen, dass es zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensführung- und Qualität kommt. Wiederum gibt es in Deutschland ca. 2,4 bis 7 Millionen Menschen (je nach Quelle) mit chronischem Tinnitus, welche sich kaum oder gar nicht durch diesen beeinträchtigt fühlen.

 

In der Regel kann der Tinnitus nur vom Betroffenen selbst wahrgenommen werden. Wenn man Personen die Lautstärke ihres Tinnitus selbst einschätzen lässt, dann gibt es zwischen der erlebten Belastung und der Lautstärke des Tinnitus nur einen geringen Zusammenhang. Jemand mit einem leisen Tinnitus kann sich demnach stärker als jemand mit einem lauten Tinnitus beeinträchtigt fühlen.

 

 

Es kommt in der Folge zu Schlafstörungen und psychosomatischen Beschwerden wie Spannungskopfschmerz, Schwindelanfälle und Magenschmerzen.

 

Emotional fühlen sich die Betroffenen ausgeliefert, hilflos und leiden unter Kontrollverlust. Es kann zu Gereiztheit, Angstzuständen und depressiver Verstimmung kommen.

 

Gedanklich stehen die belastenden Ohrgeräusche dann im Zentrum der Aufmerksamkeit, eine Ablenkung von diesen fällt zunehmend schwerer.

 

Ursachen können chronischer Lärm, ein Knalltrauma, ein Hörsturz, Morbus Meniere (wiederkehrende Schwindelattacken mit häufig vorhandenen Ohrgeräuschen und Hörminderung), eine vorausgehende Hyperakusis, eine cerebrale Durchblutungsstörung bei z. B. arteriellem Hochdruck, eine Funktionsstörung der Halswirbelsäule oder im Zahn-Kiefer-Bereich, ein Schädelhirntrauma, eine Otosklerose (Mittelohrerkrankung), ein Akustikusneurinom (gutartiger Tumor), eine zentralnervöse Erkrankung (z. B. Hirnhautentzündung, Multiple Sklerose), Medikamente, eine erbliche Belastung (das Vorhandensein von Tinnitus, Taubheit, Gehörerkrankungen in der Familie) eine Mittelohrentzündung oder Ohrenschmalz sein.

 

Diese Ursachen lassen sich oftmals gut behandeln.

Es werden jedoch häufig keine organischen Ursachen gefunden.

 

Tinnitus ist als ein Warnsignal zu sehen. Betroffene schildern oftmals eine starke seelische, körperliche Verausgabung und Stress im Vorfeld eines Tinnitus.

 

 

Behandlung

Ein mögliche Behandlung könnte folgendermaßen aussehen:

 

Bewältigung des Tinnitus

Wenn medizinische Untersuchungen, Behandlungen erfolgt und die Ohrgeräusche nach wie vor vorhanden sind und zu einer großen Lebensbeeinträchtigung führen, ist es ratsam, sich psychologischen Bewältigungsstrategien zu widmen.

 

Vorweg sei gesagt, dass der Tinnitus durch die psychologische Behandlung nicht weggemacht werden kann, es können Strategien zur Bewältigung der Ohrgeräusche gelernt werden. Im besten Fall hören Betroffene den Tinnitus dann weniger, seltener oder gar nicht mehr bzw. die subjektive Belastung sollte gesunken sein.

 

Es werden die Lebensumstände vor den Ohrgeräuschen angesehen sowie die negativen Auswirkungen durch den Tinnitus in Bezug auf Familie, Beruf, Hobbys etc.

Es wird das Modell der Aufmerksamkeitsbindung durch den Tinnitus erarbeitet.

Werde ich mich an meinen Tinnitus jemals gewöhnen können und wenn ja, wie soll das gehen? Vom Teufelskreis hin zu einem Tinnitus-Bewältigungskreis!

 

Übungen zur Wahrnehmungslenkung.

 

Inwiefern haben meine Bewertungen, Gedanken und Verhaltensweisen Einfluss auf die Tinnitusbewältigung? Das sog. ABC - Schema wird erarbeitet. Welche Gedanken und Bewertungen verstärken das Wahrnehmen des Tinnitus?

 

Welche hilfreicheren Gedanken, Bewertungen gibt es hinsichtlich meines Tinnitus? Wichtig bei diesem Punkt ist, sich zumindest versuchsweise darauf einzulassen, zu experimentieren um zu sehen, welche positiven Veränderungen sich ergeben können.

 

Das tägliche Führen eins Tinnitustagebuches ist oftmals sinnvoll, da Betroffene hier ihre Belastung als auch Erfolge über mehrere Wochen hinweg erfassen und sichtbar machen können.

 

Gelassenes Hinhören üben.

 

Entspannungsübungen.

 

Informationen zu Schlafstörungen: Ursachen, psychologische Erklärungsmodelle, Schlafregeln.

 

Stressbewältigungsstrategien bei Bedarf (siehe Stressreaktionen).

 

 

Die Deutsche Tinnitus Liga bietet interessante Informationen:

www.tinnitus-liga.de



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