Psychotherapeutische Praxis für Verhaltenstherapie
Psychotherapeutische Praxis für Verhaltenstherapie
Praxis für Psychotherapie
Praxis für Psychotherapie

Zwangsstörungen

Symptome

Die Betroffenen leiden unter Zwangshandlungen und/oder Zwangsgedanken. Diese werden als quälend erlebt, da sie oftmals einen obszönen und/ oder gewalttätigen Inhalt haben oder als sinnlos und nicht kontrollierbar bewertet werden. Je nach Ausprägung und Erscheinungsform bleibt evtl. keine Zeit mehr für eine korrekte Ausübung des Berufes, ein normales Familienleben und Hobbys.

 

Die Betroffenen schämen sich oftmals so für ihre Erkrankung, dass diese jahrelang unbehandelt bleibt.

 

Es besteht ein subjektiver Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun, um eine vorhergesagte sonst eintretende Gefahr oder unerwünschte Folge abzuwenden.

 

Zu den Zwangshandlungen gehören Wasch- und Putzzwänge, Zählzwänge, Ordnungszwänge, Wiederholungszwänge, zwanghaftes Horten, Sammeln. Dahinter stehen Befürchtungen und Ängste wie sich anzustecken und zu verschmutzen.

Zwangshandlungen können gedanklich stattfinden, z. B. Zählen, es handelt sich hier um eine von außen nicht sichtbare Handlung, dies ist von den Begrifflichkeiten etwas ungenau festgelegt.

 

Bei Zwangsgedanken besteht die Angst, sich aggressiv zu verhalten, einen Schaden zu verursachen, gegen ein Tabu zu verstoßen. Ein aufdringlicher, immer wiederkehrender Zwangsgedanke kann z. B. sein: "ich habe mein Baby vom Balkon gestoßen". Zur Beruhigung müssen dann neutralisierende Gedanken gefunden werden, wie: "nein, ich war doch gar nicht am Balkon, mein Baby liegt im Bettchen, ich liebe mein Baby viel zu sehr dafür". In der Folge wird der Kontakt zum geliebten Baby zunehmend distanzierter, der Balkon wird nicht mehr betreten, um eigene, befürchtete Gewalthandlungen gegenüber dem Baby zu unterbinden. 

 

Auch gibt es immer wiederkehrende zwanghafte Vorstellungen und Bilder von Katastrophen  (z. B. Autounfall mit verletztem Parnter), zwanghafte Impulse (Drang, im Gottesdienst zu fluchen, ein Kind zu schlagen) oder zwanghaftes Zweifeln (hab ich eine Autokollision beim Heimfahren begangen und Fahrerflucht begangen?). 

 

Die Betroffenen versuchen erfolglos Widerstand wenigstens gegenüber einem Gedanken oder Handlung zu leisten.

Es besteht Einsicht darüber, dass die Gedanken oder Handlungen übertrieben sind, es kann sich von diesen innerlich distanziert werden, auch wenn eine Unsicherheit darüber besteht, inwiefern diese vielleicht doch real, sinnvoll und notwendig sind.

 

Die Betroffenen stehen oftmals unter einer sehr hohen inneren Anspannung und leiden aufgrund ihrer Angst unter vegetativen Symptomen.

 

Aufgrund des großen Leidens kann es zu depressiver Symptomatik kommen. Alkohol- und Medikamentenmissbrauch können einen Versuch darstellen, sich Linderung zu verschaffen.

 

 

Behandlung

Ein mögliche Behandlung könnte folgendermaßen aussehen:

 

Zwangsbewältigung

Informationsvermittlung.

Biographische Ereignisse, Beginn, Auslöser?

Wie wurde in meinem Elternhaus mit Gefühlen umgegangen, wie war der Erziehungsstil, inwiefern konnte ich mich in einer sicheren, geborgenen Umgebung entwickeln?

 

Es wird ein Erklärungsmodell vermittelt.

Wie werden die Zwänge aufrechterhalten?

Inwiefern haben meine Zwänge mit der Regulierung von Gefühlen zu tun? Inwiefern können Zwänge Einfluss auf innere Anspannung, Angst, Ekel nehmen?

Analyse meiner Zwänge.

Erstellen einer Liste mit Zwängen von weniger bis sehr belastend.

Welche Situationen vermeide ich, um keine Zwänge zu erleben?

Für was übernehme ich alles Verantwortung, wie schätze ich Gefahren ein?

 

Konfrontation mit den Zwängen: Angeleitetes, immer ausführlich vorbereitetes und zunehmend selbständiges Expositionstraining: z. B. bei Waschzwang diverse Türen mit beiden Händen berühren und den darauffolgenden Waschzwang unterlassen, aufkommende Gefühle dabei zulassen.

Das bisherige Verhalten sah vielleicht so aus: Türklinken wurden nur noch mit zwei Fingern einer Hand berührt, es wurde nur noch selten von zu Hause weggegangen, wenn die Hand dann subjektiv als unerträglich verunreinigt eingestuft wurde, folgte das Waschen der Hände (festes Ritual drei Mal 5 Minuten lang mit einem neuen Stück Seife, spezielles nicht kontaminiertes Handtuch, d.h., das Handtuch darf nichts berührt haben, dieser Ablauf ca. 15 Mal täglich).

Hier ist es daher notwendig, dem Therapeuten ganz konkret Einblick in die Zwangswelt zu geben, so dass dann schrittweise an der Aufgabe der Zwänge gearbeitet werden kann.

 

Was tritt an die Stelle meiner Zwänge? Aufbau eines Gefühlsmanagements und sozialer Kompetenzen ohne Zwänge (z. B. Aggression, Ärger, Wut wahrnehmen, annehmen, emotional kompetent handeln lernen, bin ich traurig oder wütend, wie sorge ich am besten für mich je nach Gefühl?). Auch kann es anstehende Lebensaufgaben zu meistern geben, wenn Zwänge aufgegeben werden.

 

Konstruktiver Umgang mit Rückfällen

 

 

Lesen Sie auch nach unter www.zwaenge.de (Homepage der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e. V.).

 

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